Waldeck. (mez)
Bei der konstituierenden Vorstandschaftssitzung legte die Kreisvorstandschaft der Mittelstandsunion ihre Ziele für die kommenden zwei Jahre fest. Auf den vier Säulen Mittelstandsfinanzierung, Energiewende, Fachkräftemangel und demographischer Wandel wird das Hauptaugenmerk der Arbeit in der kommenden Periode liegen, beschloss man einstimmig.
Zudem will man in Zukunft sich noch stärker mit Verantwortungsträgern und auch Behörden in der Region gemeinsam austauschen. Der Kreisverband sprach sich zudem erneut für eine regionale Lösung bei den Sparkassenfusion mit einem Neuanfang aus.
Wir wollen aktiv die Zukunft in unserer Region gestalten, forderte der wiedergewählte Kreisvorsitzende Leonhard Zintl seine Kollegen eingangs auf. Wir müssen innovativer und beständiger an der Zukunft unserer Region arbeiten. Nicht jammern, sondern gestalten ist angesagt, so der MU-Chef weiter. Die durch Basel III geplanten Verschärfungen der Eigenkapitalrichtlinien für Banken wird vor allem die für die Finanzkrise nicht verantwortlichen kleinen Raiffeisenbanken und Sparkassen treffen. Über den MU-Fachausschuss für Banken, an dem der Kreisverband in München regelmäßig teilnimmt, hat man bereits erste Anträge für den CSU-Parteitag mit auf den Weg gebracht und mittlerweile auch bei verantwortlichen EU-Politikern Gehör gefunden. Auch das Thema Energiewende wird wieder im Fokus der Arbeit des Gremiums stehen.
Hier wurde durch die MU nicht erst seit Fukushima immer wieder darauf hingewiesen.
Es muss uns überparteilich gelingen Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu diesem Zukunftsthema in unserer Region zu festigen und vor allem weiter auszubauen, bevor es andere tun, mahnte der Kreisvorsitzende. Auch das Thema Fachkräftemangel wurde unter den Anwesenden stark diskutiert. Alfons Meierhöfer aus Erbendorf griff dieses Thema auf und mahnte hierbei, genügend Ausbildungsplätze bereit zu stellen. Durch nochmals verstärkte Kooperationen mit kommunalen Schulen, der Fachhochschule in Weiden und anderen Institutionen kann unser Nachwuchs an die regionalen Betriebe und Firmen stärker gebunden werden. Dies muss aber frühzeitig geschehen, bevor die Gefahr entsteht, dass unsere jungen Menschen in große Ballungszentren abwandern, wo zudem das Leben meist teurer ist als auf dem Land, unterstrich auch der stellvertretende Kreisvorsitzende Wolfgang Engel.
Gerade Mittelständler müssen sich nach Fakten richten, weswegen auch wir uns dem demographischen Wandel nicht verwehren können, so Christian Bauer aus Erbendorf. Wir müssen hier immer mehr über den Tellerrand blicken und auch über Bezirksgrenzen hinweg bei Kooperationen mehr zusammenarbeiten, pflichtete ihm Dr. Hans-Herrmann Wörner bei. Gerade bei den staatlichen Förderungen werden immer mehr ganz bewusst größere Regionen unterstützt. Sein Kollege Roland Wellenhöfer regte zudem an, den Wirtschaftsförderer des Landkreises Cham einzuladen. Der dortige Landkreis hatte nahezu die gleichen wirtschaftlichen Sorgen wie unsere Region. Man muss ja nicht das Rad gleich zweimal erfinden, sondern kann auch voneinander lernen, unterstütze Leonhard Zintl dessen Vorschlag. In Zukunft will sich die Mittelstandsunion auch sonst auf Verantwortungsträger und auch Behörden in der Region zugehen, um sich gemeinsam auszutauschen und so die Region noch stärker nach vorne zu bringen.
Beim Thema der gescheiterten Sparkassenfusion wurde die Frage laut, warum gerade die Befürworter der Fusion mit Regensburg den zeitlichen Druck erst als Hauptargument anführten, um sich anschließend über sich selbst zu wundern, warum diese Eile überhaupt nicht nötig war. Hier auch andauernd nur von den Altlasten der Sparkasse Tirschenreuth zu sprechen, wird von Sparkassen-Insidern mittlerweile zudem auch als unredlich bezeichnet. Interessiert verfolgen die Mittelständler den Antrag des Basatlwerks in Pechbunn wegen der Ausweitung ihrer Abbaufläche, wovon rund fünfzig Arbeitsplätze betroffen sind. Bereits vor zwei Jahren stattete man dem Betrieb einen Besuch ab und informierte sich vor Ort, erinnerte Leonhard Zintl.
Man hofft hier, dass sich auch der Landrat zum Wohle der Menschen und deren Arbeitsplätze einsetzen wird. Zusammen legte man anschließend die nächsten Aktionen des MU-Kreisverbandes fest.
Am 2. November wird ein weiterer Unternehmerstammtisch dieses mal wieder mir MdB Albert Rupprecht stattfinden. Thema wird dabei der immer stärker werdende Fachkräftemangel und die GA-Förderung für Unternehmensinvestitionen sein. Die Unternehmer in der Runde zeigten sich sehr dankbar gegenüber MdB Rupprecht, dem es gelang diese Förderung für die Region bis nächstes Jahr Aufrecht zu erhalten. Über zweihundert Unternehmen kamen in der nördlichen Oberpfalz in den Genuss der Förderung, wodurch insgesamt über eine halbe Milliarde Euro an Investitionen folgten und 1.600 neue Arbeitsplätze nachhaltig geschaffen werden konnten.
Zudem ist Rupprecht als Sprecher der Gesamtfraktion für Forschung und Bildung der ideale Ansprechpartner auch für Aus- und Weiterbildung in der Region. MU-Geschäftsführer Roman Melzner verdeutlichte, dass noch nie ein CSU-Politiker aus unser Region so einflussreich in Berlin war wie Rupprecht es derzeit ist.

