Erbendorf. (mez)
Zu einem weiteren Unternehmerstammtisch lud die Mittelstandsunion in die Zoiglstube Meislbeck alle interessierten Unternehmer und Freiberufler ein. Als kompetenter Ansprechpartner stand Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht den Mittelständlern zur Verfügung.
Kreisvorsitzender Leonhard Zintl dankte dem MdB, der sich viel Zeit für die Anliegen der Zuhörer nahm und auch über europa- und bundespolitische Themen sich mit den Diskussionsteilnehmern rege austauschte.
Albert Rupprecht lobte das Engagement der MU, die sich für Mittelstand in der Region einsetzt und auf falsche Entwicklungen hinweist ohne jemanden dabei persönlich anzugreifen. Mittelständler übernehmen schon immer Verantwortung, betonte der Kreisvorsitzende Leonhard Zintl. Sie tragen bei Entscheidungen das finanzielle Risiko selber und haften mit ihrem eigenen Hab und Gut. „Unsere zahlreichen Unternehmen im Landkreis sind ein stabilisierendes Element. Sie schaffen mit dauerhafte Arbeitsplätzen Sicherheit und zahlen im übrigen auch Gewerbesteuer“, fügte der Kreisvorsitzende bewusst hinzu. Nirgendwo anders ist die Chance mit wertvollen Mitarbeitern aus der Region für die Region zu arbeiten am Innovativsten, betonte Leonhard Zintl.
In seinem kurzen Eingangsstatement gab Albert Rupprecht einen Überblick über seine Arbeit in der Bundeshauptstadt als Vorsitzender der CDU-/CSU Arbeitsgruppe für den Bereich Bildung und Forschung. In seiner Rede wurde schnell deutlich, welchen großen finanziellen Rahmen das Thema Infrastruktur, sowohl im Bereich der Bildung, als aber auch im Bereich des Baus im Bundeshaushalt einnimmt. Über die Höhe und Bedeutung dieser Maßnahmen wird in der Öffentlichkeit viel zu wenig diskutiert, da sich die Medien hiermit viel zu wenig beschäftigen, lautete dabei die Anmerkung einiger Zuhörer.
Auch über seine Arbeit als Mitglied im Fraktionsvorstand gab Rupprecht bereitwillig Auskunft.
Die Steuerpläne von Rot-/Grün nannte der an diesem Abend ebenso anwesende Kreisvorsitzende aus Neustadt Harald Gollwitzer dabei als absurd, die vor allem kleinere Familienunternehmen treffen würden, die Großkonzerne aber nicht. Beim Thema der GA-Förderung kämpft MdB Rupprecht immer mehr gegen Windmühlen. Es ist schon erschreckend, wenn man akzeptieren muss, dass einfache Beamte des europäischen Verwaltungsapparats, die sich durch keine einzige Wahl irgendjemanden gegenüber rechtfertigen müssen, so oberflächlich mit unseren Argumenten umgehen, wie ihm dies erst vor kurzen wieder widerfuhr, so der MdB. Gerade der Grenzlandgürtel wird so in Zukunft einem bis zu 60-Prozent-Höchstfördergebiet in Tschechien gegenüber stehen.
Der MdB dankte dem Kreisvorsitzenden Leonhard Zintl, der in Briefen an Ministerpräsident Horst Seehofer, aber auch an den Präsidenten der europäischen Kommission Jose Manuel Barroso und weiteren Europaabgeordneten die Situation nicht nur für den Landkreis Tirschenreuth versuchte, eindringlich klar zu machen. Nachdem die EZB sich nicht nur um ihr primäres Ziel der Preisstabilität kümmert, sondern unter anderem auch durch Blankoschecks sich verpflichtet europäische Staatsanleihen aufzukaufen, forderten ein Redner dazu auf, sich in die Politik der ehemals autonomen EZB einzumischen. Die letzte Zinssenkung wird keinen Unternehmer dazu veranlassen, deswegen weitere Kredite aufzunehmen.
Das Zinsniveau ist bereits auf historischen Tiefstniveau, so ein Unternehmer. Man kann sich nicht auf Teufel komm raus immer weiter verschulden, sondern muss als verantwortungsvoller Unternehmer auch an die Zukunft denken und damit rechnen, dass in einer Wirtschaftsflaute eine hohe Verschuldung auch schnell zu Liquiditätsengpässen führen kann. Der Vermögensverlust für deutsche Sparer durch die anhaltenden Negativzinsen, bei denen der Anlagezins niedriger als die Inflation ist, wird auf vierzig Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Deutsche Tagesgelder, Sparbücher und Bundesanleihen sind zu Enteignungsmaschinen geworden. Vor allem Internetbanken, die Jahre lang mehr Zinsen boten als der Kapitalmarkt hergibt, bekommen zunehmend Probleme.

